day 375: coming home

Erst einmal ein FROHES NEUES JAHR an alle, die noch meinen Blog lesen! Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gerutscht und dass 2018 ein super Jahr für euch wird!
Heute vor inzwischen genau FÜNF Monaten bin ich aus den USA zurück nach Deutschland geflogen (das heißt, wenn ich jetzt über mein Jahr erzählen will, muss ich „letztes Jahr“ sagen 😳). Das ganze Jahr kommt mir inzwischen so surreal vor – fast wie ein Traum. Aber es war auch ein wahrgewordener Traum. Das hört sich jetzt ziemlich kitschig an, aber seit ich in der 7. oder 8. Klasse war, hatte ich den Plan nach dem Abitur als Au-Pair in die USA zu gehen und nachdem ich 2016 dann endlich mein Abitur bestanden hatte und am 25. Juli in die USA fliegen konnte, wurden auch noch alle meine Erwartungen und Vorstellungen, die ich an mein Au-Pair Jahr hatte, übertroffen. Ich hätte mir keine bessere Gastfamilie, keine besseren Freunde, keinen besseren Ort, einfach kein besseres Jahr vorstellen können. Es war schon fast langweilig, so gut lief es.

Das alles musste ich aber wie gesagt am 03. August 2017 hinter mir lassen. Die Woche davor habe ich mit meinem Nachfolgeaupair verbracht. Ich sollte sie einarbeiten, aber da unsere Gastfamilie noch im Sommerurlaub war, genau wie bei mir ein Jahr davor, habe ich ihr nur das zeigen können, was ohne die eigentliche Arbeit – die Kinder – geht. Also sind wir hauptsächlich rumgefahren, haben ein paar organisatorische Sachen erledigt und ich habe ihr ein bisschen die Umgebung gezeigt.
Außerdem habe ich natürlich versucht, meine Freunde noch so oft wie möglich zu sehen. Am vorletzten Abend vor meinem Flug habe ich sogar noch mit Sabrina und meinem Nachfolgeaupair am Strand geschlafen. Ich konnte ja California nicht verlassen, ohne einmal am Strand gecampt zu haben!
Am 03. August ging es dann um 4 Uhr morgens nach ziemlich wenig Schlaf zum Flughafen. Dort musste ich dann auch erst Mal was aus meinem großen Koffer auspacken, weil er 2lbs zu schwer war. Die Sachen, die sich über ein Jahr ansammeln, habe ich eindeutig unterschätzt, aber irgendwie habe ich es geschafft, alles in einen Koffer, einen Handgepäckskoffer und circa fünf persönliche Gegenstände zu packen. Ich konnte es zu dem Zeitpunkt gar nicht realisieren, dass es für mich wirklich nach Hause geht – nach Deutschland, also so wirklich.
Meine beiden Flüge waren aber recht entspannt. In Philadelphia habe ich mir zwischen den Flügen nur kurz was zu essen gekauft und dann ging es auch schon ins zweite Flugzeug. Unser Abflug verspätete sich dann zwar um eine Stunde, aber ich glaube, in München angekommen, hatten wir dann gar nicht mehr ganz so viel Verspätung. Ich habe wirklich versucht im Flugzeug zu schlafen, da ich in Deutschland um 9 Uhr morgens gelandet bin und somit den ganzen Tag durchhalten musste, bevor ich schlafen durfte, aber das hat nicht so ganz geklappt.
In München habe ich mich nach der Passkontrolle erst einmal umgezogen und dann auf meinen Koffer gewartet. Währenddessen wurde ich gefühlt fünfmal von meiner Schwester, die zusammen mit meiner Familie und ein paar Freunden schon draußen wartete, angerufen, wann ich denn endlich kommen würde 😃. Nachdem ich mein Gepäck hatte, bin ich dann natürlich sofort raus und es war so toll, meine Freunde und Familie wiederzusehen. Ich habe ganz viele Plakate bekommen und wir sind dann auch erst einmal frühstücken gegangen.
Zurück zuhause war alles so wie „immer“. Ein paar Kleinigkeiten hatten sich verändert, aber sonst war wirklich alles so, wie die 18 Jahre davor.
Ich muss zugeben, die ersten zwei/drei Tage wollte ich eigentlich nur zurück in die USA. Deutschland war mir irgendwie zu normal. Das hört sich komisch an, aber ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich in den USA selbstbewusster geworden bin und mich auch so verändert habe, aber zurück in Deutschland war das alles weg. Die Leute kannten mich ja so auch nicht. In den USA konnte ich mir ein neues Leben aufbauen, so wie ich das wollte, und zurück in Deutschland hatte ich das Gefühl, dass ich wieder so sein muss, wie ein Jahr vorher, als ich in die USA geflogen bin. Nach drei Tagen hatte ich mich aber damit abgefunden und einfach versucht, so viele Leute wie möglich zu sehen, denn zwei Wochen später bin ich schon wieder umgezogen.

Inzwischen studiere ich schon fast ein halbes Jahr in Maastricht (Niederlande). Die Zeit fliegt einfach nur, wobei ich jetzt nicht sagen könnte, ob 2017 schnell oder langsam vergangen ist. Es ist einfach SO viel passiert. Im Januar habe ich einen Roadtrip zum Bryce Canyon, Antelope Canyon, Horseshoe Bend und nach San Diego gemacht, im Februar war ich in Chicago, im April kam meine Familie zu Besuch, im Juni war ich in Boston und im Yosemite National Park und im Juli war ich in Nicaragua, auf Maui und auf Oahu. Nachdem ich Anfang August zurück in Deutschland war, bin ich zwei Wochen später nach Maastricht gezogen, hatte dort meine Inkom Week und bin zwischendurch aber noch ein paar Mal nach Deutschland gefahren, um aufs Volksfest zu gehen und meine beste Freundin zu sehen, die ein Jahr in Chile war. Seit dem lebe ich in Maastricht und studiere International Business, habe schon super Freunde gefunden, hatte schon zwei Klausurenphasen (das ist in den Niederlanden alles etwas anders :D) und habe jetzt gerade Weihnachtsferien.
Mal schauen, ob 2018 das toppen kann 😛

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day 365: oahu

Um 19.30 Uhr ging es am Donnerstag dann weiter nach Oahu. Der Flug dorthin war wirklich der kürzeste Flug ever! Ich glaube, wir sind so 30 Minuten geflogen, bevor wir in Honolulu gelandet sind.
Vom Flughafen bin ich mit dem Bus nach Waikiki zu meinem Hostel gefahren, wo ich nur eingecheckt und geduscht habe und dann auch gleich schlafen gegangen bin. Denn so gut Hostels auch sind, um Leute kennen zu lernen, zum Ausschlafen sind sie nicht geeignet 😀

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Am Freitag stand dann gleich ein weiteres meiner Highlights auf dem Plan: schnorcheln. Um 10 Uhr wurde ich von einem Shuttle abgeholt und wir sind zum Hafen in Waianae gefahren. Dort angekommen, habe ich meine Schnorchelausrüstung bekommen und dann ging es auch schon los. Wir haben insgesamt zwei Schnorchelstops gemacht. Beim ersten waren wir so ziemlich mitten im Meer, aber das Wasser war so klar, dass man bis zum Boden sehen konnte und auch richtig warm. Seit ich denken kann, stand „Schwimmen mit Delfinen“ ganz oben auf meiner Bucket List (anscheinend heißt das Löffelliste auf deutsch?) und früher wollte ich immer so „richtig“ mit einem Delfin in einem Pool schwimmen, wie man es hauptsächlich in Florida und in Mexico machen kann, nachdem ich aber inzwischen um einiges schlauer bin und weiß, dass das Tierquälerei schlechthin ist, war mir klar, dass ich das auf keinen Fall machen möchte. Deswegen hatte ich mich noch vor Hawaii dazu entschieden, dass ich auf Hawaii unbedingt mit wilden Delfinen schwimmen möchte und ja, das kann ich jetzt wirklich auf der Liste abhaken. Beim ersten Schnorchelgang haben wir dreimal Delfine gesehen und ich war ungelogen das glücklichste Mädchen der Welt – wenn man im Wasser weinen könnte, hätte ich angefangen. Ich habe davor nur einmal im Leben Delfine gesehen und das war im Nürnberger Zoo (unterstütze ich auch nicht mehr), aber Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen, nicht weil sie gezwungen werden, sondern weil sie da leben und einfach rumschwimmen, war unglaublich! Beim zweiten Schnorchelgang waren wir dann bei einem Riff, die leider auch auf Hawaii immer mehr aussterben, und haben ein paar Fische und sogar zwei Schildkröten gesehen!
Zurück in Waikiki habe ich mir den Sonnenuntergang am Strand angeschaut und dann gab es kostenlose Pizza in meinem Hostel, die ich mir natürlich nicht entgehen habe lassen.

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Jeder Tag toppte gefühlt den Tag davor! Am Samstag ging es nach einer sehr kurzen Nacht um 5.30 Uhr mit dem Shuttle Richtung North Shore. Dort angekommen, musste ich erst einmal ein bisschen warten, denn es war zu bewölkt. Nach einer Weile ist es dann aber aufgeklart, ich habe meine Ausrüstung bekommen und dann ging es mit Kai, meinem Partner, und anderen Verrückten ins Flugzeug. Was ich in diesem Moment gefühlt habe, kann ich wirklich nicht genau sagen. Ich glaube, auf dem Weg nach oben, war ich schon noch ziemlich nervös und auch als der erste aus dem Flugzeug gesprungen (bzw. eher gefallen) ist, hatte ich noch leicht Angst, aber sobald ich in der offenen Tür stand, war alles weg. Der Sprung selber war einfach nur der Wahnsinn! Ich bin einfach eine Minute lang 3km nach unten gefallen, bevor Kai den Fallschirm aufgemacht hat und ich noch ein bisschen die Aussicht genießen konnte. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ICH wirklich aus einem Flugzeug gesprungen bin. Wenn ihr mir das vor einem Jahr oder sogar nur zwei Monaten gesagt hättet, ich hätte euch einen Vogel gezeigt, aber ich würde es immer wieder machen! Danach wäre ich auch am liebsten gleich nochmal hoch geflogen und gesprungen 😀
Als ich um 11.30 Uhr wieder zurück im Hostel war, habe ich erst einmal versucht noch ein bisschen zu schlafen und habe dann bis 15 Uhr oder so mit meinem Zimmernachbar, der irgendwie die ganze Zeit auf dem Zimmer war, gechillt. Um 15 Uhr habe ich dann den Bus zu den Koko Head Stairs genommen. Das sind eigentlich Bahnschienen an einem Berg, die man hochgehen kann. Nach 24 Minuten bin ich nass und fertig oben angekommen und wurde mit einer wunderschönen Aussicht belohnt 🙂 Auf dem Rückweg konnte ich wieder den Sonnenuntergang anschauen und zurück in Waikiki habe ich mir nur was zu Essen gekauft und wollte dann auch schlafen gehen. Das hat dann nicht so geklappt, denn ich habe zwei Australierinnen kennengelernt und bin mit ihnen und anderen zum Strand. Da ich habe wirklich müde war, bin ich um 1 Uhr zurück ins Hostel und schlafen gegangen.

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Sonntag habe ich erst einmal relativ langsam angehen lassen, habe gefrühstückt, mit meiner Schwester telefoniert und gechillt. Um 14 Uhr wollte ich mich dann mit Dalton, den ich auf Maui kennengelernt habe, bei einem Hike treffen. Um 11 Uhr oder so meinte er dann, dass er schon losgefahren ist und ich auch los kann, wenn ich schon fertig bin. Am Ende sind wir dann fast zeitgleich um 13 Uhr dort angekommen (ich war eigentlich früher da, aber ich war zuerst am falschen Treffpunkt :D). Nachdem er dann seinen Rucksack versteckt hatte, konnten wir auch endlich los. Josh und Martino (zwei, die auch den Haleakala mit uns gewandert sind) hatten uns den Olomana Trail empfohlen (das ist sogar Martino’s favorite, obwohl er auch den Stairway to Heaven gemacht hat) und wir sind so froh, dass wir den gemacht haben. Das ist ungelogen der beste Wanderweg, den ich je gewandert bin. Es sind eigentlich drei Berge, die man nacheinander besteigen kann, aber wir sind „nur“ bis zum zweiten Gipfel gegangen. Die meisten gehen nur auf den ersten Berg, da das schon anstrengend genug ist und die Aussicht auf dem auch die beste ist, da er am höchsten ist, aber wir wollten noch eine bessere Aussicht auf den dritten Berg haben, also sind wir weiter. Die Aussicht ist aber wirklich der HAMMER! Die Wanderung an sich ist relativ anspruchsvoll, also es gibt teilweise Seile, mit denen man hochklettern muss und man muss auch felsenklettern (das ist die Übersetzung, die mir für rock climbing angeboten wird?) – ich habe es auf jeden geliebt!
Nach vier/fünf Stunden oder so waren wir wieder unten und sind erst mal zum Supermarkt gefahren, um was zu Essen zu kaufen. Danach musste ich mich auch schon von Dalton verabschieden, denn er wollte dort in dem Ort bleiben und ich musste ja zurück nach Waikiki 😦
Zurück im Hostel bin ich auch nur duschen und schlafen gegangen.

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Montag war dann mein allerletzter Tag auf Hawaii. Ich hatte wie auf Maui für den letzten Tag nicht wirklich einen Plan, habe gepackt, gefrühstückt und ausgecheckt. Unten am Eingang habe ich dann eine Kanadierin und eine Spanierin kennengelernt, die den Pillbox Hike machen wollten, also habe ich mich ganz spontan ihnen angeschlossen. Der Hike war auch echt gut! Ziemlich kurz, dafür ziemlich steil, aber die Aussicht war mal wieder der Wahnsinn. Egal worauf man in Hawaii gestiegen ist, die Aussicht war immer wunderschön, aber wie kann es auch nicht schön sein, wenn es weit und breit nur türkises Meer und grüne Berge gibt? Als wir wieder unten waren, sind wir direkt zum Strand in Lanikai (der auch der beste auf Oahu sein soll), weil uns so heiß war. Gegen 16 Uhr sind wir dann wieder zurück und noch ein bisschen durch Waikiki gelaufen. Zurück im Hostel habe ich nur geduscht, mich umgezogen und bin dann auch mit dem Shuttle zum Flughafen gefahren.

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Die Woche auf Hawaii war mit Abstand die beste Woche meines Lebens bisher. Ich habe mindestens 100 Mal meine Komfortzone verlassen und es nie bereut, habe Sachen gemacht, die ich eine Woche, geschweige denn ein Jahr, vorher nie gemacht hätte, habe so viele Dinge zum ersten Mal gemacht, habe die interessantesten und nettesten Leute (von denen die meisten noch auf Hawaii chillen und mich mit ihren Fotos neidisch machen) kennengelernt, habe die schönste Natur und Aussicht gesehen und hatte einfach eine gute Zeit!
Jetzt sitze ich wieder in San Francisco, in zwei Tagen sitze ich schon im Flugzeug nach Deutschland und ich kann gar nicht glauben, wie unglaublich dieses Jahr war, aber dazu gibt es irgendwann einen eigenen Blogeintrag.

day 328: goodbye ella & maxi

Die zwei Wochen nach Boston waren dann auch schon meine letzten Tage mit Ella & Maxi.
Ich habe wirklich versucht, so viel Zeit mit ihnen zu verbringen, wie geht, auch wenn das bei unserem Alltagsstress nicht wirklich einfach war.
Am Donnerstag und Freitag (15. & 16. Juni) war ich abends auch noch Mal zweimal mit meinen Gasteltern, isländischen Freunden, die zu dem Zeitpunkt da waren (zu denen, aber im nächsten Post mehr) und Anna Essen und am Samstagmorgen musste ich mich dann schon von meinem Hostdad, Ella und Maxi verabschieden.
Ich habe Maxi ein letztes Mal ein PB&J gemacht und endlich genug Punkte bekommen, dass er mir sogar was kleines geschenkt hat, habe noch geholfen alles zusammenzupacken und ja, dann war das Uber da und ich musste Tschüss sagen. Der Abschied war ziemlich schnell und ich konnte mich auch relativ gut zusammenreißen, weil ich es den Kindern nicht noch schwerer machen wollte.

Aber was soll ich sagen, ich vermisse sie. Sehr. Es ist einfach so krass zu wissen, dass wir uns zwar auf jeden Fall wiedersehen werden, aber ich nie wieder ihr Au-Pair sein werde – es wird nie wieder so sein, wie es war. Und das ist irgendwie echt beängstigend und traurig. Ich will einfach, dass wir für immer diese Beziehung haben, wie ich sie mit Ella und Maxi am Ende hatte, aber ich bin realistisch genug, um zu wissen, dass es das nicht sein wird. Ich war ein Jahr ein riesiger Teil ihres Lebens und schon ab August bzw. eigentlich schon jetzt, übernimmt jemand anderes diesen Teil.
Ich hoffe einfach, dass ich ihnen was fürs Leben mitgeben konnte und dass sie mich nie vergessen. Ich werde meine kleinen Babys auf jeden Fall nie vergessen und sie werden auch für immer „meine“ Kinder bleiben.

day 325: 50 days left & 3 days left with ella and maxi

Ich weiß, es fehlen noch total viele Blogposts dazwischen, aber die kommen spätestens in zwei Wochen, denn dann habe ich sehr viel Zeit. Ich möchte aber meine derzeitige Gefühlslage „aufs Papier bringen“, so lange ich noch ganz genau weiß (bzw. auch nicht weiß), wie ich mich fühle/gefühlt habe.

Drei Tage bleiben mir nur noch mit Maxi und Ella, denn statt Montag fliegen sie schon Samstagmorgen mit meinem Hostdad in den Urlaub. Das heißt, eigentlich habe ich nur noch zwei ganze Tage mit ihnen.
Und ich weiß wirklich nicht, woran es genau lag, aber als wir heute über meine Abschiedsfeier, die meine Gastfamilie eigentlich für diesen Freitag geplant hatte, geredet haben und gemeinsam beschlossen haben, dass wir das auf nächste Woche verschieben, war ich so den Tränen nahe, dass ich erst einmal in mein Zimmer bin, um alleine zu weinen. Es lag auf keinen Fall daran, dass wir die Abschiedsfeier verschoben haben, denn damit war ich absolut einverstanden bzw. es war sogar mein Vorschlag, weil mein Hostdad sie eigentlich trotzdem noch unbedingt am Freitag machen wollte, aber das alles viel zu stressig geworden wäre.
Vielleicht lag es allgemein an dem Gespräch über Abschied. Vielleicht lag es an dem (psychischen) Stress. Vielleicht lag es an der Angst vor dem Abschied (Abschiede sind für mich eigentlich immer super leicht, weil ich es in dem Moment nie realisiere, für wie lange ich mich teilweise verabschiede und genau das hasse ich). Vielleicht bin ich auch einfach komisch. (ich sitze übrigens gerade schon wieder mit Tränen in den Augen da – ich sage ja: komisch)
Ich kann es eigentlich wirklich kaum erwarten, kein Au-Pair mehr zu sein, denn mit meinem Job bin ich wirklich fertig. Aber anscheinend sind tief in mir drinnen doch noch Gefühle.
Ich finde den Blogpost übrigens gerade ziemlich dumm und fange gleich deswegen zu weinen an, weil ich einfach nicht weiß, wie ich meine Gefühle beschreiben soll. Ich habe so viele Sachen, die mich gerade beschäftigen – um die ich mich kümmern muss -, dass ich, glaube ich, gerade zumindest nach außen hin, ziemlich gefühlskalt durch die Welt laufe und nur versuche, die Zeit rumzubringen, zu überleben. Und dabei meine ich nicht mal, dass es mir schlecht geht, sondern, dass es einfach zu viele Gefühle sind, die auf einmal in mir sind, dass ich teilweise echt überfordert bin. Deswegen verdränge ich einfach alles und versuche meine To-Do-Liste bis Freitag abzuarbeiten – bis heute hat das ganz gut geklappt.
Mal schauen, wie es mir dann am Freitag/Samstag geht, wenn ich mich von meinen zwei kleinen munchkins wirklich verabschieden muss.

day 300: sunrise in san francisco, dentist, painting the garage wall & it’s getting real

Letztes Wochenende am Sonntag bin ich morgens um 4.00 Uhr aufgestanden und zu Judith gefahren. Dort wurden wir von Sabrina abgeholt und wir haben uns auf den Weg nach San Francisco gemacht, wo wir uns den Sonnenaufgang anschauen wollten. Die Betonung liegt auf „wollten“, denn wir waren erstens ein bisschen spät dran (die Sonne fängt ja fast schon um 4 Uhr an, aufzugehen) und zweitens sind wir auf der Autobahn in einen Müllsack gefahren. Das hört sich erst mal ganz witzig und harmlos an, aber war es leider nicht, denn die ganze Stoßstange ist kaputt und muss laut Werkstatt ausgewechselt werden, sonst fällt sie bald ab. Wir konnten den Müllsack echt nicht sehen, weil das Auto vor uns erst kurz davor die Spur gewechselt hat und mich würde es auch echt interessieren, was in dieser Mülltüte drin war, dass es so einen großen Schaden verursachen konnte. Wie schwerwiegend der Schaden war, war uns übrigens anfangs nicht so bewusst und wir sind trotzdem weiter gefahren und haben uns den restlichen Sonnenaufgang von der Nordseite der Golden Gate Bridge angeschaut. Nachdem wir dann mit Hilfe von drei Männern ein Stück Plastik unterm Auto, das nur noch halb dran hing und am Reifen schliff, weggeschnitten hatten, sind wir noch zum Hippie Tree weiter, was wirklich einer meiner Lieblingsplätze ist – die Aussicht ist einfach wunderschön!

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Nach zwei Stunden ohne Antwort von Sabrinas Hostmom, der wir natürlich geschrieben hatten, haben wir uns einfach mal auf den Weg Richtung Napa Valley gemacht, was eigentlich von Anfang an unser Ziel war. Als wir schon fast dort waren, kam endlich ihre Antwort und wir sind dann doch wieder umgekehrt und nachhause gefahren. Sabrinas Gasteltern haben so nett reagiert und waren überhaupt nicht sauer! Ihr Hostdad meinte sogar, dass sie das nicht mal in die Werkstatt bringen müsste, um es abchecken zu lassen, weil es wirklich nicht so schlimm aussah.
Ich habe dann mein Auto bei Judith geholt und wir sind nach Half Moon Bay an den Strand gefahren.

Am Dienstag war ich hier dann doch mal beim Zahnarzt. Eigentlich wollte ich bis Deutschland warten, aber nachdem zwei meiner Freundinnen beim Zahnarzt waren und es auch gar nicht so teuer war, bin ich jetzt auch mal gegangen, da einer meiner Zähne schon seit längerem super empfindlich war und ich eigentlich hätte schwören können, dass da ein Loch sein muss. Es stellte sich heraus, dass an dem Zahn nur das Zahnfleisch nicht weit genug hochgeht und somit der empfindliche Zahnhals etwas freiliegt und dem gefällt Kälte gar nicht. Ich bin echt so erleichtert, dass ich kein Loch habe und dass ich das habe abchecken lassen, aber mein erster Arzttermin in Deutschland wird trotzdem der Zahnarzt sein, da er ja jetzt nur die eine Seite so richtig angeschaut hat und ich auch einfach alles richtig abchecken lassen will. Man hat echt keine Ahnung, was wir in Deutschland für einen Luxus mit unserer Krankenversicherung haben, die im Vergleich echt so viel übernimmt! Es ist echt ein komisches Gefühl, zu den Leuten zu gehören, die sich nicht trauen zum Arzt zu gehen, weil es zu teuer werden könnte…

Am selben Tag war ich mit Anna nach der Schule Farbe, etc. einkaufen, da sie für ein Englischprojekt, die Garagenwand anmalen wollte. Das haben wir dann auch am Freitag gemacht und es ist echt gut geworden! Überhaupt nicht fleckig oder ähnliches und es hat sogar richtig Spaß gemacht, auch wenn streichen bei 30°C ganz schön anstrengend ist 😀
Gestern habe ich vormittags gearbeitet, danach mit meiner Zwillingsschwester geskypt und mich abends mit Judith, Anni und Karlotta getroffen.

Ich bin jetzt schon 300 Tage in den USA und in 74 Tagen geht es für mich nachhause. In letzter Zeit merke ich immer öfter, dass es wirklich dem Ende zu geht. Letztens habe ich z.B. drei Brotlaibe für Maxi gekauft (wir frieren das Brot ein) und mich gefragt, ob das jetzt nicht reichen müsste bis zum Ende, ich habe letzte Woche mein Zimmer ausgemistet und auch schon überlegt, mal Probe zu packen, ich habe mit meinen Freunden festgestellt, dass wir uns teilweise nur noch einen Monat sehen, weil wir dann alle am Reisen sind, etc.
Ich habe auch nur noch einen Monat mit meinen Kids! Auf der einen Seite kann ich es kaum abwarten, bis ich endlich fertig mit dem Au-Pair Job bin, aber auf der anderen Seite, heißt das ja auch, dass ich meinen Kleinen fürs Erste „Auf Wiedersehen“ sagen muss, ohne zu wissen, wann das Wiedersehen genau sein wird…

day 243: eight months in the states

Acht Monate sind vorbei und es könnte mir nicht besser gehen 🙂 Ich bin für jeden Tag, den ich hier bin, so so dankbar und ich weiß, wie viel Glück ich hier mit meiner Gastfamilie, meinen Freunden, der Gegend und allgemein mit dem Leben habe.
Ich weiß echt nicht, wie ich mich in vier Monaten von allem verabschieden soll. Jedes Mal, wenn ich nur über den Abschied nachdenke (was ich in letzter Zeit irgendwie echt oft mache), könnte ich anfangen zu weinen (wenn es dann soweit ist, werde ich bestimmt wieder überhaupt nicht weinen können – so wie immer).
Aber, ich komme nachhause. Ich werde nicht verlängern, auch wenn meine Gastfamilie SOFORT ja sagen würde und sich so sehr darüber freuen würde und ich auch wirklich darüber nachgedacht habe. Aber ein Jahr ist genug 🙂 Und ich bin ja nicht aus der Welt! Ich kann immer wieder zurückkommen und wer weiß, vielleicht studiere ich ja wirklich mal in den USA oder arbeite hier 🙂
Ich freue mich wirklich total auf die kommenden Monate, auf besseres Wetter, auf meine Familie, die in zwei Wochen kommt, auf die Reisen, die noch nicht geplant sind, aber in meinem Kopf eigentlich schon feststehen und auf vier Monate mehr Amerika.

day 173: life update

Neujahr ist inzwischen auch schon wieder zwei Wochen her meine Kids sind inzwischen auch „endlich“ wieder alle in der Schule und ich habe wieder meinen ganz normalen Tagesablauf 🙂

Was ist in den letzten zwei Wochen so passiert? Ehrlichgesagt, nicht so viel besonderes. Wir hatten ziemlich schlechtes Wetter, ich bin wieder ziemlich oft im Gym, nachdem ich im Dezember wegen Krankheit und Faulheit (das YMCA, bei dem ich angemeldet bin, ist 25min weit weg) eher weniger war (meine Gastfamilie konnte gar nicht glauben, dass ich wirklich drei Wochen am Stück nicht im Fitness war :D), aber seit 01.01 darf ich in alle YMCAs in der Bay Area gehen und das nächste ist nur 10 Minuten von mir (das wusste ich aber nicht), also bin ich jetzt immer dort (das ist übrigens immer noch leer – in Deutschland muss man sich von Januar bis ca. März immer um jede Hantel streiten :D), ich schaffe es in letzter Zeit auch viel öfter Freunde zu treffen, ich habe einen neuen Collegekurs angefangen (International Relations & World Politics), der sich relativ anspruchsvoll anhört, also genau mein Ding ist und ja, mit meinen Kindern läuft es total super zur Zeit und allgemein ist eigentlich alles ziemlich gut hier 🙂

Die letzten Wochen habe ich mich auch mal ein bisschen mit meiner Zukunft auseinandergesetzt, bin aber noch nicht so wirklich zu einem Ergebnis gekommen. Soll ich verlängern? Wenn ja, wie lange und wo? Bei meiner Gastfamilie oder bei einer neuen Familie in einem neuen Ort? Will ich noch länger Au-Pair sein? Oder soll ich gleich studieren anfangen? Wenn ja, wo? Deutschland, Niederlande, England, USA, …? Ich habe mich zwar super spontan bei zwei Universitäten beworben, aber so ganz sicher bin ich mir dabei nicht.
Die Entscheidung fällt mir wirklich super super schwer. Zum einen, weil ich nur gute Optionen habe – egal, für was ich mich entscheide, es wird keine schlechte Entscheidung sein. Zum anderen, weil ich am liebsten alle glücklich machen würde – meine Gastfamilie, meine Familie, meine Freunde und mich.
Meine Freunde tun mir schon ein bisschen Leid, da ich teilweise wirklich alle paar Stunden meine Meinung geändert habe und sie natürlich immer mit meinen neusten Plänen vollgespamt habe. Aber naja, im Endeffekt muss ich die Entscheidung sowieso ganz alleine treffen.
Und ich glaube, ich habe mich eigentlich schon entschieden, aber will es nur noch nicht zugeben.