day 215: seven months in the states

Was passiert, wenn eine perfektionistische Person, das Video pünktlich fertig geschnitten hat, aber kein passendes Thumbnail hat, weil das Bildbearbeitungsprogramm rumspinnt? Richtig, das Video kommt wieder zu spät online.
Als ich heute morgen dann endlich das Thumbnail machen konnte und mir eingefallen ist, dass ich inzwischen in meinem achten Monat bin, war ich richtig geflasht. Acht hört sich noch einmal ganz anders an als sieben, aber das hier soll jetzt eigentlich erst einmal über meinen siebten Monat sein 😀

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day 215: back on german soil

Von wegen, ein Jahr im Ausland – am Freitag war ich für drei Stunden wieder auf deutschem Boden 😊 Alle drei Kinder haben nämlich einen neuen deutschen Reisepass gebraucht und den mussten wir natürlich im deutschen Konsulat beantragen. Dafür braucht man hier echt super viele Dokumente und ich habe deswegen mal einen Samstag fast nur damit verbracht, alles zusammen zu suchen, auszufüllen, zu kopieren, etc. Aber die Konsulin war auch echt begeistert und meinte zu meiner Hostmom, dass sie mich behalten sollten (…….😊). Es hat zwar trotzdem was gefehlt, aber das war nicht meine Schuld 😀 
Während wir dort waren, kamen auch fünf junge Männer rein, von denen vier ihren Reisepass inklusive Koffer und allem verloren hatten. Im Konsulat stellte sich dann aber heraus, dass alles gefunden und abgegeben worden war! Mega cool – die waren natürlich auch mega glücklich 😊 
Danach haben wir meine Hostmom zum Flughafen gebracht, was zum Essen bei In ‚N Out geholt, Ella zur Schule gebracht und sind dann nachhause gefahren. Ab da fing dann auch der ganz normale Alltagswahnsinn an – abholen hier, hinbringen da, einkaufen das, etc. Abends habe ich dann mit den Kindern Pizza gebacken, sie durften einen Film schauen und ich habe es zwischendrin auch geschafft zu packen, weil es für mich dann um 23.59 Uhr nach Chicago ging ☺

day 203: san francisco & half moon bay

Letztes Wochenende hatten wir endlich mal wieder super Wetter!
Am Samstag bin ich deswegen mit Karlotta und Judith mal wieder ohne wirklichen Plan nach San Francisco reingefahren. Den ersten Zug haben wir leider verpasst, aber im Supermarkt vergeht ja eine halbe Stunde schnell 😀
In San Francisco haben wir uns dann dazu entschieden ins Schwulenviertel zu gehen und das ist wirklich richtig schön! Überall hängen natürlich Regenbogenflaggen, aber auch einfach so die ganze Atmosphäre ist ziemlich cool. Im Viertel neben an (Mission District) waren wir dann auch noch und falls man wirklich keine Ahnung hat, wo und wie man an Marihuana drankommen könnte, dann muss man echt einfach nur in den Mission Dolores Park (von dem man auch eine super Aussicht auf San Francisco hat), weil da riecht es ÜBERALL nur nach Gras und dir wird das eigentlich fast hinterhergeschmissen 😀
Beim Rumlaufen haben wir dann eine Eisdiele gefunden, bei der ziemlich viele Leute anstanden, also haben wir beschlossen und auch anzustellen, weil dann muss das Eis ja gut sein. War es eigentlich auch, aber Amerikaner haben halt kein italienisches Eis, sondern immer nur ihre fancy amerikanischen Geschmackssorten, die natürlich auch gut sind, aber so eine Kugel Joghurteis wäre echt mal wieder cool.
Im Mission District sind wir dann auch auf ein Tattoostudio gestoßen, das super Bewertungen hatte und nach kurzem Überlegen haben sich Judith und Karlotta beide ein kleines Tattoo am Knöchel stechen lassen – ich war aber natürlich als seelische Unterstützung, Bezahlerin und Kamerafrau dabei 😀
Danach haben wir uns dann auch auf den Heimweg gemacht, weil wir uns abends bei Annika zum Kochen getroffen haben 🙂 Es gab Zwiebelsuppe mit Brot, Kässpätzle, Schnitzel und Mousse au Chocolate und alles hat sogar gut geschmeckt. Das Kochen hat zwar echt lange gedauert, weil ich zwischendrin nochmal los musste, um Schokolade einkaufen zu gehen (Schokolade und Wasser vertragen sich einfach nicht) und eine deutsche Spätzlereibe bei Sabrina zu holen, aber das Essen war dann umso besser.

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Am nächsten Tag war dann morgens der Geburtstagsbrunch von einer Freundin und ich habe zum ersten Mal French Toast gegessen und muss sagen, dass ich jetzt nicht so wirklich begeistert war. Der Rest war aber größtenteils auch nicht so zufrieden, also lag es vielleicht eher am Restaurant.
Danach bin ich eigentlich nur nachhause, um meine Tasche umzupacken und dann hat Judith mich abgeholt und wir sind mit Annika, Sabrina und Anni zum Strand gefahren. Dort war es viel kälter und windiger als bei uns zuhause, aber in Decken und Handtücher eingewickelt haben wir dann Phase 10 am Strand gespielt und es war so witzig! Nach vier Runden haben wir das dann aber unterbrochen und sind zurück zu In ’n Out gefahren. Eigentlich wollten wir dort weiterspielen, aber wir waren alle zu sehr mit essen beschäftigt. Danach hat uns Judith auch alle nachhause gebracht und ich habe meine Gastfamilie mal wieder gesehen.

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Ich muss sagen, ich hatte nach dem Wochenende echt ein schlechtes Gewissen, weil ich das ganze Wochenende überhaupt nicht da war und nur zum Schlafen nachhause gekommen bin, obwohl ich eigentlich am Sonntag vorhatte, den Tag hauptsächlich mit meiner Gastfamilie zu verbringen, weil ich die unter der Woche eigentlich auch nicht so viel sehe bzw. nie alle zusammen. Aber naja, ich bin ja noch ein paar Wochenenden hier.

day 185: roadtrippin‘

Am 25.01 wollte ich abends mit dem Bus von San José nach Santa Barbara fahren, um von dort mit Eva, einem Au-Pair aus Florida, die schon am Ende von ihrem Jahr war, einen Roadtrip zu Bryce Canyon, Antelope Canyon, Horseshoe Bend und San Diego zu machen. Die Betonung liegt auf wollte. Meine Kids hatten nämlich die Woche davor alle nacheinander einen „zwei Tages“-Norovirus (man war ungelogen den ersten Tag komplett fertig, den zweiten dann einfach schwach wegen Dehydrierung und am dritten Tag ging es einem wieder SUPER!) und ich hatte mich am Nachmittag schon ein bisschen komisch gefühlt, aber habe das auf Aufregung und Einbildung geschoben. Das war es aber leider nicht und ich musste in San José selber schon wieder aus dem Bus aussteigen, weil mir so schlecht war. Meine Hostmom hat mich dann auch von der Busstation abgeholt und ich lag ab da dann die ganze Zeit im Bett. Ich dachte echt, ich könne meinen Urlaub vergessen, aber mittags, als es mir schon wieder besser ging (mich hat es echt am wenigsten schlimm erwischt), hat mich meine Hostmom gefragt, wo Eva am nächsten Tag bzw heute Abend ist und hat mir dann nach einigem hin und her für den selben Tag noch einen Flug nach Las Vegas gebucht, wo mich Eva dann abholen wollte.
Meine Hostmom hat mich nachmittags dann sogar zum Flughafen gefahren und es hat echt alles super geklappt. Mir ging es zwar echt noch nicht gut, aber mit Schmerzmittel, etc. ging das schon und in Las Vegas am Flughafen hat mich Eva dann abgeholt und wir sind noch vier Stunden weiter zum Bryce Canyon gefahren. Auf dem Weg dorthin wurden wir erst einmal von der Polizei angehalten, weil wir ein bisschen zu schnell waren (:D), aber der Polizist war echt super nett und hat uns nur einer Verwarnung gegeben 🙂
Im Hotel angekommen, sind wir gleich schlafen gegangen, da wir beide mega fertig waren. Am nächsten Morgen haben wir uns dann fertig gemacht und sind dann los zum Bryce Canyon. Es war wirklich mega kalt (-6 – -20°C) und ich rate euch nur: zieht einfach keine Chucks an bei -6°C – tut es einfach nicht. Ich bin echt gestorben. Wegen der Kälte waren wir auch nicht super lang beim Canyon und haben den Rest des Tages auch im warmen Hotel verbracht.

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Am nächsten Morgen sind wir dann relativ früh los, um zum Antelope Canyon weiter zu fahren. Dort muss man eine Tour machen, weil das relativ gefährlich sein kann. Der Canyon selber ist aber so beeindruckend! Ganz anders als die Canyons die ich bisher gesehen habe – mega schön. Die Bilder können das nicht einmal annähernd zeigen. Es ist so verrückt, was die Natur alles machen kann. Nur mit Wind, Wasser und Sand.

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Danach sind wir gleich zum Horseshoe Bend gefahren. Man parkt auf einem Parkplatz und läuft dann eigentlich nur über einen Hügel und dann ist der da einfach. Ich muss sagen, den Horseshoe Bend fand ich fast am schönsten. Ich finde das so cool, dass der Colorado River, da einfach so eine starke Kurve macht 😀

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Der nächste Tag war dann ein Fahrtag. Wir sind vom Antelope Canyon zehn Stunden nach San Diego gefahren. War eigentlich ganz lustig 🙂 Die Landschaften waren mega schön und wir waren teilweise nur einige Meter von der mexikanischen Grenze entfernt! Wir sind eigentlich auch fast ohne Pausen gefahren, weil wir uns beim Fahren abgewechselt haben und dann ging das echt gut. In San Diego haben wir nur ins Hostel eingecheckt, geduscht und geschlafen.
Am Montag haben wir uns dann San Diego angeschaut und das ist eigentlich echt eine schöne Stadt. Strand finde ich sowieso immer super und auch der Park mitten in der Stadt ist mega schön. Die Architektur ist auch ganz anders – irgendwie spanisch, mexikanisch, arabisch? Ich kann das gar nicht beschreiben 😀

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Am Dienstag sind wir wieder dann von San Diego nach San Francisco zurückgefahren. Auf der Fahrt wollten wir uns eigentlich die Glee-Folgen, die ich im Hostel runtergeladen hatte, anschauen, aber irgendwie waren die alle auf einmal weg. Also haben wir erst einmal einen Stopp bei Starbucks eingelegt und ein paar Folgen runtergeladen – man muss halt Prioritäten setzen 😀 Die Fahrt ging dann auch mega schnell vorbei und bei mir zuhause haben wir erst einmal unseren ganzen Sachen abgeladen und ich wurde auch so süß von meiner Gastfamilie begrüßt ♥ Eva hat dann das Mietauto weggebracht und ich habe sie dann vom Flughafen abgeholt und wir waren noch bei In ’n Out Burger essen, weil sie da noch gar nicht war, weil es das ja nur an der Westküste gibt. Am nächsten Morgen ist sie dann super früh los, weil es für sie weiter auf Hawaii ging und ich habe wieder ganz normal gearbeitet.

day 184: six months in the states

Meine Halbzeit ist jetzt auch schon wieder 16 Tage her, aber ich hatte bis jetzt einfach noch nicht mein Video fertig und deswegen wollte ich noch keinen Post schreiben.

SECHS Monate bin ich jetzt schon hier. Einerseits fühlt es sich so an, als ob ich schon immer hier wäre, aber auf der anderen Seite – waren das wirklich sechs Monate?
Ich habe in dem halben Jahr so viel erlebt und gesehen wie in meinem ganzen Leben davor nicht und ich bin so stolz auf mich, was ich aus meinem Jahr mache und so unendlich dankbar, dass ich so Glück hatte und alles so gut läuft.
Ich freue mich zwar schon sehr auf zuhause, aber wenn ich daran denke, dass ich in sechs Monaten wieder zuhause bin, ist das schon ein sehr komisches Gefühl. Irgendwie Vorfreude gemischt mit Aufregung und ja, Panik. Ich möchte noch so viel hier machen und habe mir noch so viel vorgenommen und die Zeit vergeht einfach so schnell.